Anpassungen des Kernels / Interface

Anpassungen des Kernels

Das SLIP-Protokoll wird direkt vom Kernel unterstützt. Die zu empfehlende Komprimierung des IP-Paket-Headers (Van Jacobson headercompression) (CSLIP) wird ab der Version 0.99 pl 10 unterstützt, ist aber bei der Compilation des Kernels gesondert einzuschalten. - Einige Distributionen liefern bereits ein Kernel mit der notwendigen Unterstützung, dieses kann anstatt eines selbst übersetzten installiert werden.
Beim Konfigurieren eines eigenen Kernels (make config) sind (mindestens) folgende Einstellungen notwendig:
...
Networking support (CONFIG_NET) [y]
...
*
* Networking options
*
TCP/IP networking (CONFIG_INET) [y]
...
*
* Network device support
*
Network device support? (CONFIG_NETDEVICES) [y]
...
SLIP (serial line) support (CONFIG_SLIP) [y]
 CSLIP compressed headers (CONFIG_SLIP_COMPRESSED) [y]
 16 channels instead of 4 (SL_SLIP_LOTS) [n]
Durch make dep; make clean; make zImage wird die Übersetzung des Kernels angestoßen. Dieses kann dann zum Booten von Diskette oder per LiLo, dem Linux Boot Loader, eingesetzt werden. (Siehe auch /usr/src/linux/README.)

Das Loopback-Device

In der Datei /etc/rc.d/rc.inet1 sind folgende Zeilen für das Loopback-Device einzutragen:
/sbin/ifconfig lo 127.0.0.1
/sbin/route add -net 127.0.0.0
Damit ist der eigene Rechner unter der IP-Adresse 127.0.0.1 erreichbar. Ein einfacher Test hierzu geschieht mittels des Kommandos ping 127.0.0.1, ausgegeben werden folgende Zeilen:
PING 127.0.0.1 (127.0.0.1): 56 data bytes
64 bytes from 127.0.0.1: icmp_seq=0 ttl=64 time=2.1 ms
64 bytes from 127.0.0.1: icmp_seq=1 ttl=64 time=1.0 ms
...

Das Dummy-Interface

Unter Linux kann ein weiteres Netzwerkinterface eingerichtet werden, welches es ermöglicht, unter der eigenen IP-Adresse zu arbeiten wenn keine Verbingung zum Internet besteht. Dieses Dummy-Interface sieht für das Kernel wie eine Ethernet-Karte aus und kann auch genau so benutzt/konfiguriert werden.
Beim Übersetzen des Kernels ist zusätzlich zu den oberen Punkten
Dummy net driver support (CONFIG_DUMMY) [y]
auszuwählen.

Die Konfiguration erfolgt wieder in der Datei /etc/rc.d/rc.inet1:

/sbin/ifconfig dummy0 194.64.19.208
/sbin/route add 194.64.19.208
Damit ist der eigene Rechner unter der IP-Adresse 194.64.19.208 erreichbar. Ein einfacher Test hierzu geschieht mittels des Kommandos ping 194.64.19.208, ausgegeben werden folgende Zeilen:
PING 194.64.19.208 (194.64.19.208): 56 data bytes
64 bytes from 194.64.19.208: icmp_seq=0 ttl=64 time=2.3 ms
64 bytes from 194.64.19.208: icmp_seq=1 ttl=64 time=2.1 ms
...

Lothar Schütte
Last modified: Sun Dec 1 20:31:22 1996